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Kolmanskop, Namibia, 03. Februar 2020
 

AIDAaura im Zentrum der Diamantenindustrie

1908 wurde Kolmanskop von in Namibia lebenden deutschen Kolonialisten gegründet, nachdem Diamanten in der Gegend gefunden wurden. Kolmanskop wurde schnell zur reichsten Stadt Afrikas und zum Zentrum der Diamantenindustrie. Die dortige Infrastruktur suchte seinerzeit ihresgleichen: Schon 1911 gab es elektrischen Strom, üppige Wohnhäuser, ein Casino und viele andere Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten für die knapp 400 Einwohner. Im ersten Weltkrieg verloren die Deutschen ihre Kolonien an Südafrika. 1928 war das Diamantvorkommen erschöpft und die Maschinen sowie die Arbeiter bewegten sich weiter in den Süden zu weiteren Vorkommen. Seitdem ist Kolmanskop verlassen und wird nur noch von Touristen besucht. Zuweilen war die Stadt vollkommen vergraben, wurde aber für Nachforschungen und Besuche wieder ausgegraben.

Kolmanskop ist menschenleer

Mitten in der heißen und trockenen Namib-Wüste in der Nähe der Kleinstadt Lüderitz tauchen plötzlich schemenhaft Gebäude auf. Kleine und größere Häuschen werden sichtbar, und wer sich ihnen nähert, kann Aufschriften lesen wie „Kegelbahn“, „Architekt“, „Krankenhaus“, „Buchhalter“ oder „Ladenbesitzer“. Der einzige Unterschied zu einer herkömmlichen Siedlung ist: Kolmanskop, so der Name des Ortes, ist menschenleer. Verlassen, aufgegeben, dem Verfall ausgesetzt und die gewaltige Namib-Wüste holt sich ihre Natur zurück

Einrichtung von damals noch heute vorhanden

In Kolmanskop war die reichste Frau die Ladenbesitzerin, deren Wohnhaus heute genauso, wie es damals eingerichtet war, besucht werden kann. Gut bürgerlich lebte die Dame und pflegte an ihrem Schreibtisch mit dem Telefon mit Drehscheibe ihre Waren zu bestellen. Sie führte penibel Protokoll und so ist nachzulesen, dass etwa am 3. November 1924 Sardellenpaste, Lachs, Sardellenbutter und Florylin bestellt wurden.

"Durch die Fenster und Türen strömt Wüstensand"

In der Kegelbahn mit dem großen Schild „Preiskegeln“ verbrachten Einwohner ihre Freizeit. Besonders zurückgeholt hat sich die Namib-Wüste das große Krankenhaus mit den vielen Patientenzimmern. Durch die Fenster und Türen strömt hier der Wüstensand und türmt sich in den Zimmern und Fluren. Das Haus des Buchhalters hat es auch schwer getroffen. Hier sind Teile des Dachs und des Bodens eingestürzt. Alle diese Häuser umgibt eine gruselig-faszinierende Geisterstadt-Atmosphäre und die Geschichte, die hier stattgefunden hat, ist fast spürbar.

 

 

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